Fährtenarbeit

Perfektes Hundenase und absoulute Konzentration vereinen sich in diesem Moment.

Suchen und finden - der Fährtenhund

 

Menschen können eine Fährte mit den Augen verfolgen, der Hund nutzt hierfür seine Nase. Der Geruchssinn der Hunde ist um ein Vielfaches höher als beim Menschen und findet dementsprechend auch Anwendung bei Such- und Spürhunden.

Die Aufnahme einer Spur - Fährtenarbeit - geschieht über die Düfte der mechanischen Bodenverletzung. Im Gegensatz zum - Mantrailing - wobei der Hund die tatsächliche Geruchsspur des Menschen aufnimmt.  Bei Rettungshunden wird das Stöbern erlernt, der Hund soll einen Menschen auf schnelltem Wege aufpüren.

 

Such- und Witterungsverhalten

Suchverhalten

Grund für das entwickelte Suchverhalten beim freilebenden Caniden (Caniden =  Bsp.: Wolf, Fuchs, Koyote - Hundeartig als Überfamilie) ist der Beutetrieb, Fortpflanzungstrieb und Meutetrieb. Wir unterscheiden drei verschiedene Möglichkeiten, die hier zum anvisierten Ziel führen.

 

Verfolgen der Fährte und bei Bedarf wird diese verlassen, bzw. stöbernd auf schnellstem Weg das Ziel erreicht (Beispiel Meutetrieb beim frei lebenden Wolf)
Fährten, der Hund verfolgt genau die meschanische Spur eines Menschen und verweist auf Gegenstände, die auf der Spur liegen. Das wir vom Hund gem. IPO verlangt.
Stöbern, der Hund nimmt Körperwitterung auf und stößt auf schnellsten Weg zu seinem Ziel (Rettungshundearbeit)

Grundwitterung

Bei der Fährtenarbeit folgt der Hund dem Geruch der mechanischen Spur und der vom Fährtenleger abgefallenen Partikel (der Individualgeruch). Das Geruchsbild entsteht durch:

 

beschädigte Erdoberfläche,
zertretene Pflanzen,
Kleinstlebewesen.

 

Die Grundwitterung verändert sich nach Entstehung durch chemische und bakterielle Reaktionen, wodurch sich das Geruchsbild im laufe der Zeit verändert. Bei Feuchtigkeit kann sich das Geruchsbild sogar intensivieren, wobei sich das Geruchsbild nach einiger Zeit wieder der Umgebungswitterung anpasst.

Die Fährtenarbeit im Hundesport

Der Fährtenleger legt eine Spur auf einer Wiese oder einem Acker. Gegenstände werden ausgelegt, die der Hund bei der Ausarbeitung der Fährte entweder zu verweisen (passiv anzuzeigen) oder aufzunehmen hat. Der Hundeführer folgt dem Hund beim Fährten mit zehn Metern Abstand. Die Fährte wird je nach Ausbildungsstand zwischen 20 Miunten und bis zu drei Stunden nach Legung der Fährte ausgearbeitet.

Methoden der Ausbildung

Beginnen können wir mit der Ausbildung vom Welpen bis ins hohe Alter. Fährtenarbeit ist eine gute Möglichkeit den Hund zu beschäftigen und auszulasten. Auch Hunden, die aufgrund eines Handycaps nicht alle Sportarten ausüben können bleibt in der Regel die Fährtenarbeit. Besonders ist die Arbeit mit Futter geeignet. Andere Möglichkeiten der Ausbildung sind die über die Neugier des Hundes (Beispielsweise der am Fährtenende stehende Futternapf), Meutetrieb (Führersuche - Nachteil ist die Stöbergefahr), Beuterieb oder Fleischschleppe. Nachteil ist, dass der Hund beim umschwenken auf eine reine vom Mensch gegte Spur das Intersse verliert.

Methode Geruchsfeld - was der Hund lernen soll

Bei der hier vorgestellten Methode lernt der Hund ruhig und mit tiefer Nase zu arbeiten, ohne die Fährte zu verlassen oder ins Stöbern zu verfallen. Die Ausbildung dauert hierbei länger als z.B. die Ausbildung über die Neugier mit dem Futternapf am Ende der Fährte, allerdings ist das Ergebnis dauerhaft besser und der Hund gerät nicht in Versuchung, die Fährte zu schnell abzuarbeiten.

 

ein Geruchsfeld (Beispiel ein Kreis mit 3 Metern Druchmesser) ruhig und sicher ausarbeiten.
Ist dort Futter genug zur Verfügung, lernt der Hund, dass es keinen Grund für schnelles stürmisches Suchen gibt.
Durch für den Hund nicht bemerktes nachlegen der Futterstücke kann die Ausarbeitungszeit ständig verlängert werden.

Das Geruchsfeld

Ein stark ausgetretenes Stück Wiese mit ca. 3 Metern Durchmesser wird nach ca. 30 Minuten mit viel gutem Futter bestückt und im Boden eingearbeitet. Ein Belohnungsstück halten wir zurück. Dann lassen wir den Hund vor dem Kreis absitzen und führen ihn mit dem Kommando "Such"  langsam  ins Feld. Der Hund darf dann 5-10 Minuten das Geruchsfeld absuchen. Wichtig: Es muss immer genügend Futter im Kreis sein, gegebenenfalls  wird unbemerkt nachgelegt. Sollte der Hund den Kreis verlassen darf er das bis maximal 50 cm. Darüber hinaus halten wir die Leine stramm und verhindern das weitere entfernen. Betritt er darauf hin wieder den Kreis, wird der Hund dafür gelobt. So lernt Hund, dass es sich nicht lohnt das Feld, später die Fährte, zu verlassen. Das Belohnungsstück bekommt der Hund dann am Ende seines Einsatzes.

Das Geruchsfeld ist auch für Hundes geeignet, die zu schnell suchen.

Vom Geruchsfeld zur Schritfährte

Aus dem Geruchsfeld heraus legen wir eine ewa 30 Schritte lange Schrittfährte in einer Kurve mit je einem Futterstück in jedem Fußabdruck (Fußballen).

Der Hund darf wiede das Geruchsfels abarbeiten, blockieren aber die gelegte Schrittfährte bis der Vierbeiner das Geruchsfeld ruhig abarbeitet. Am Ende der Fährte erhält der Hund wieder sein Belohnungsstück und führen ihn ruhig weg von der Fährte.

Im Trainingsverlauf bleibt das Geruchsfeld vorhanden. Nur die Schrittfährte wird bis auf 300 Meter verlängert und mit Winkeln versehen.

 

Die Ausbildung

 

Zur Ausbildung im Bereich Gebrauchshund gehört, dass der Hund eine Fährte lesen und verfolgen kann. Diese Fähigkeit wird je nach Leistungsstufe unterschiedlich geprüft. Die Ausbildung sollte breit angelegt sein.

 

 

Das gewünschte Suchverhalten bei Sporthunden

 

  • intensives und ruhiges Aufnehmen der Witterung am Ansatz mit tiefer Nase mit dem Kommando "Such",
  • der Hund folgt mit tiefer Nase, in gleichmäßigen Tempo, intensiv dem Fährtenverlauf,
  • positives Suchverhalten,
  • sicheres Ausarbeiten der Winkel,
  • sofortige Reaktion am Gegenstand (Aufnehmen oder Verweisen z.B. Anzeigen durch selbständiges ablegen (Platz ohne Anweisung),
  • selbständige Arbeit ohne Einwirkung des Hundeführers wie Aufmunterungen oder Leinenkorrekturen.

 

 

Gegenstandsarbeit

Der Hund soll einen vorher ausgelegten Fährtengegenstand (verschiedene) sicher und überzeugend verweisen. Verwiesen wird dieser in der Sitz-, Platz- oder Stehposition.

Der Gegenstand

Gegenstände sind ungefähr 10 x 3cm und aus verschiedenen Materialien. Dieser sollte mindestens 20 Minuten vom Hundeführer am Körper getragen werden bis er den Geruch des Fährtenlegers angenommen hat. Nach Gebrauch legt man den Gegenstand in einer Plastiktüte in die Kühltruhe, damit der Individualgeruch wieder verloren geht.

Jetzt geht’s los - Verweisen mit "Platz"

Korrektes Verweisen - so siehts aus:

der Gegenstand liegt zwischen den Vorderläufen
der Hund "platzt" gerade in der Fährte
und sollte sich nicht zum Hundeführer herum drehen.

Lernprozess - so kriegen wir es hin

Der Hund macht sich an die Ausarbeitung der Fährte. Erreicht er den Gegenstand und wir erteilen das Kommando "Platz". Dann treten wir vor den Hund und geben ihm zur Belohnung vom Fährtenfutter. Konsequent durchgeführt klappt es schon nach wenigen Übungseinheiten.

 

TIPP - für längeres Verweisen

 

Verweist der Hund einen Gegenstand, lassen wir ihn im Platz liegen und gehen nach einem Moment zum Hund zurück und loben diesen für seine Geduld.

Wir steigern uns

Geländewechsel und Verleitungen

  • in unterschiedlichen Geländen
  • mit verschiedenen Erdoberflächen.

 

Besonders zu Anfang sollten diese Flächen vorher nicht allzu oft betreten worden sein, Wiesen mit hohem Gras sollten gemieden werden. Der Hund soll sich mit der Nase orientieren und nicht mit den Augen.

 

Zum Beginn der Ausbildung sollte der Hund schon 20 Minuten nach dem Legen der Fährte die Spur aufnehmen, für die Fährtenhundeprüfung 1 und 2 ist die Fährte dann drei Stunden alt. Je nach Ausbildungsstand werden unterschiedlich viele Richtungswechsel eingebaut. Mit den höheren Prüfungen kommen auch Verleitungsfährten dazu. Ein zweiter Fährtenleger legt eine Fährte, die die ursprüngliche Fährte kreuzt. Der Hund muss beim Suchen auf der ursprünglichen Fährte bleiben.

Futterabbau

Auf der Prüfungsfährte liegt kein Futter, dennoch muss der Futterabbau langsam erfolgen. Auch sollten immer mal wieder Fährten mit Futter durchgeführt werden, wenn der Hund die Fährte ohne Futter erarbeiten kann. Zu früh abgebautes Futter wird zu Rückschlägen führen. Lassen Sie ihren Hund bis zu 100 Fährten erarbeiten, bevor Sie mit dem Futterabbau beginnen. Ist dieser dann soweit wird es langsam ohne Änderung anderer Faktoren durchgeführt. Wichtig ist, dass der Hund keine Änderungen beim Suchverhalten zeigt - ansonsten müssen wir wieder einen Schritt zurück.

Veränderung der Schrittlänge

Erst wenn es mit dem Futterabbau geklappt hat kann die Schrittlänge in eine normale Schrittfolge, die nicht mehr so stark ausgetreten ist erfolgen. Allerdings sollte hier zu Anfang wieder mit mehr Futter gearbeitet werden.

Auszug aus der IPO (Fährtenarbeit)

Ansatz

Auf Anweisung des LR wird der Hund langsam und ruhig zur Abgangsstelle geführt und angesetzt. Ein kurzes Absitzen des Hundes vor dem Ansatzbereich (ca. 2 Meter) ist zugelassen.

Der Ansatz (auch beim Wiederansetzen nach dem Finden der Gegenstände) muss am Hund erfolgen. Ein gewisser Spielraum an der Leine muss dem Hundeführer ermöglicht werden. Der Hund muss am Ansatz intensiv, ruhig und mit tiefer Nase Witterung nehmen. Die Aufnahme der Witterung hat ohne Hundeführer-Hilfen zu geschehen (außer Hörzeichen „Such“). Der Ansatz ist nicht zeitabhängig; vielmehr muss sich der LR am Verhalten des Hundes zu Beginn des ersten

Schenkels über die Intensität der erfolgten Witterungsaufnahme orientieren.

Nach dem 3. erfolglosen Versuch eines Ansatzes im direkten Abgangsbereich ist die Fährtenarbeit abzubrechen. Der Hund muss dann mit tiefer Nase, in gleichmäßigem Tempo, intensiv dem Fährtenverlauf folgen. Der HF folgt seinem Hund in 10 m Entfernung am Ende der Fährtenleine. Bei Freisuche ist ebenfalls der Abstand von 10 m einzuhalten. Die Fährtenleine darf, wenn sie vom HF nicht aus der Hand gelassen wird, durchhängen, jedoch darf keine gravierende Verkürzung der geforderten Distanz zum Hund entstehen. Bodenberührung ist nicht fehlerhaft.

Suchleistung

Der Hund muss dem Fährtenverlauf intensiv, ausdauernd und in möglichst gleichmäßigem Tempo (geländeabhängig, Schwierigkeitsgrad) folgen. Der Hundeführer muss nicht zwingend auf der Fährte folgen. Eine zügige oder langsame Suchleistung ist dann kein Kriterium bei der Bewertung, wenn die Fährte gleichmäßig und überzeugend ausgearbeitet wird. Ablegen der Gegenstände Der erste Gegenstand wird nach mindestens 100 Schritten, nicht innerhalb 20 Schritten vor oder 20 Schritten nach der Winkel, auf dem 1. oder 2. Schenkel, der zweite Gegenstand am Ende der Fährte

abgelegt. Die Gegenstände müssen aus der Bewegung auf die Fährte gelegt werden. Nach dem Ablegen des letzten Gegenstandes muss der Fährtenleger noch einige Schritte in gerader Richtung weitergehen.

Winkel

Der Hund muss die Winkel sicher ausarbeiten. Ein Überzeugen, ohne die Fährte zu verlassen, ist nicht fehlerhaft. Kreisen am Winkel ist fehlerhaft. Nach dem Winkel muss der Hund im gleichen Tempo weitersuchen. In Winkelbereich soll der Hundeführer nach Möglichkeit den vorgeschriebenen Abstand einhalten.

Verweisen oder aufnehmen der Gegenstände

Sobald der Hund einen Gegenstand gefunden hat, muss er ihn ohne Einwirkung des HF sofort aufnehmen oder überzeugend verweisen. Er kann beim Aufnehmen stehen bleiben, sich setzen oder auch zum HF kommen der dann stehen zu bleiben hat. Weitergehen mit dem Gegenstand oder Aufnehmen im Liegen ist fehlerhaft. Das Verweisen kann liegend, sitzend oder stehend (auch im Wechsel) erfolgen. Leicht schräges Legen zum Gegenstand ist nicht fehlerhaft, seitliches Ablegen am Gegenstand oder starkes Drehen in Richtung Hundeführer ist fehlerhaft. Gegenstände, die mit starker Hilfe des Hundeführers gefunden werden, gelten als überlaufen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn ein Hund einen Gegenstand nicht anzeigt und durch Einwirkung des Hundeführers mittels Leine oder Hörzeichen am Weitersuchen gehindert wird. Hat der Hund den Gegenstand verwiesen oder aufgenommen, legt der Hundeführer die Fährtenleine ab und begibt sich zu seinem Hund. Durch Hochheben des Gegenstandes zeigt er an, dass der Hund gefunden hat. Aufnehmen und Verweisen ist fehlerhaft. Jegliches Vorgehen mit dem Gegenstand oder Aufnehmen im Liegen ist fehlerhaft. Bringt der Hund den Gegenstand, hat der Hundeführer dem Hund nicht entgegenzugehen. Beim Herantreten des Hundeführers zur Abgabe oder zum Aufheben des Gegenstandes muss sich der Hundeführer neben seinen Hund stellen. Der Hund hat bis zum Wiederansetzen ruhig in der Verweis- oder Aufnahmeposition zu verharren und wird aus dieser mit kurzer Leine am Hundeführer wieder angesetzt.

Verlassen der Fährte

Hindert der Hundeführer den Hund am Verlassen des Fährtenverlaufs, so ergeht die Anweisung des Leistungsrichters an den Hundeführer zum Nachgehen. Der Hundeführer hat diese Anweisung zu befolgen. Die Fährtenarbeit ist spätestens abzubrechen, wenn der Hund die Fährte um mehr als eine Leinenlänge verlässt (über 10 m bei dem frei suchenden Hund) oder der Hundeführer die Anweisung des Leistungsrichters zum Nachgehen nicht befolgt.

Loben des Hundes

Ein gelegentliches Loben (wozu nicht das Kommando „Such“ gehört) ist nur in der Stufe 1 statthaft. Nur an den Gegenständen darf der Hund kurz gelobt werden.

Abmelden

Nach Beendigung der Fährtenarbeit sind die gefundenen Gegenstände dem Leistungsrichter vorzuzeigen. Ein Spielen oder Füttern nach dem Anzeigen des letzten Gegenstandes vor der Abmeldung und der Bekanntgabe der erreichten Punktzahl durch den Leistungsrichter ist nicht gestattet Das Abmelden des Hundes hat in der Grundstellung zu erfolgen.

 

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